Bernadette Bruckner
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12. Juni 2026

Die Kunst, etwas wegzulassen

Wir glauben, ein gutes Leben entsteht durch Hinzufügen. Häufiger entsteht es durch Weglassen.

Die meisten Ratschläge für ein besseres Leben laufen auf dasselbe hinaus: mehr. Mehr Disziplin, mehr Gewohnheiten, mehr Achtsamkeit, mehr Ziele. Es ist eine seltsam additive Vorstellung vom Glück – als wäre ein Leben ein Regal, das man nur voll genug stellen müsste. Meiner Erfahrung nach stimmt das selten. Die Frauen, die in der Lebensmitte aufatmen, haben in der Regel nichts hinzugefügt. Sie haben etwas weggelassen. Eine Verpflichtung, die nie ihre war. Eine Erwartung, die sie sich selbst nie gestellt hätten. Eine Freundschaft, die längst nur noch aus Terminen bestand. Weglassen ist unbeliebt, weil es nach Verzicht klingt. Aber Verzicht ist es nur, wenn man das Aufgegebene wirklich gewollt hat. Lässt man dagegen los, was man nur aus Gewohnheit oder Pflichtgefühl getragen hat, dann ist es kein Verlust. Es ist eine Entlastung. Ich lade gern zu einem kleinen Experiment ein. Nicht eine Liste dessen, was man dieses Jahr erreichen will. Sondern eine Liste dessen, was man dieses Jahr nicht mehr tun wird. Sie ist kürzer, ehrlicher und meistens wirksamer. Denn ein Leben wird nicht dadurch reicher, dass man es vollstellt. Es wird reicher, wenn endlich Platz darin ist.

Wenn du das Gefühl hast, dass wir gemeinsam auf deine Situation schauen sollten, findest du hier mehr über meine persönliche Begleitung.