Bernadette Bruckner
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17. Juni 2026

Warum gute Entscheidungen sich oft falsch anfühlen

Unser Gehirn verwechselt Vertrautheit mit Sicherheit. Deshalb fühlt sich der richtige Schritt manchmal an wie ein Fehler.

Es gibt eine kleine Grausamkeit in der Art, wie wir gebaut sind: Das Vertraute fühlt sich sicher an, auch wenn es uns nicht guttut. Und das Neue fühlt sich gefährlich an, auch wenn es genau das ist, was wir brauchen. Unser Nervensystem hat über Jahrtausende gelernt, das Bekannte zu bevorzugen – denn das Bekannte hat uns offensichtlich nicht umgebracht, sonst wären wir nicht hier. Im Alltag führt das zu einem Missverständnis, das viele gute Entscheidungen im Keim erstickt. Wir verwechseln das Unbehagen vor einer Veränderung mit einem Warnsignal. Dabei ist es oft nur das Echo der Gewohnheit, die ungern geht. Das heißt nicht, dass jedes flaue Gefühl ignoriert werden sollte. Manche Ängste sind klug. Die Kunst liegt darin, zwei Arten von Unbehagen voneinander zu unterscheiden: die Angst, die sagt 'Das ist gefährlich', und die Angst, die sagt 'Das ist ungewohnt'. Die erste verdient Respekt. Die zweite verdient ein freundliches Nicken und einen Schritt nach vorn. Eine einfache Frage hilft mir dabei oft weiter: Würde ich diese Entscheidung anders treffen, wenn ich keine Angst hätte, sie zu bereuen? Wenn die Antwort ja lautet, dann entscheidet gerade nicht mein Urteil, sondern mein Selbstschutz. Und der ist ein guter Wächter, aber ein schlechter Ratgeber.

Wenn du das Gefühl hast, dass wir gemeinsam auf deine Situation schauen sollten, findest du hier mehr über meine persönliche Begleitung.